Peter (in polnischen Publikationen Piotr) Lachmann wurde 1935 im ehemaligen Gleiwitz (heute Gliwice) geboren.

 

Zweisprachiger Lyriker, Essayist, Regisseur und Übersetzer. Autor von Hörspielen und  (Video)theaterstücken. Eine Zäsur in seinem Leben war der Frontalzusammenstoss mit der polnischen Sprache und Kultur, der 1945 erfolgte, als er – infolge einer Serie von Zufällen – nicht zusammen mit seiner Familie "ordnungsgemäß vertrieben" wurde. Die Umsiedlung nach (West)deutschland erfolgte erst 1958.

Zwischenzeitlich schaffte er das polnische Abitur, studierte Chemie an der TH in Gliwice, debütierte als Lyriker, wirkte (als Publizist und Regisseur der von ihm mitgegründeten satirischen Studentenbühne ) an der Episode des Polnischen Oktobers 1956  mit.

 

In Deutschland studierte er Germanistik, Philosophie, Theaterwissenschaft und Slavistik, arbeitete für führende Verlage als Lektor und Übersetzer, für Rundfunkanstalten als Kritiker und Hörspielautor. Er debütierte in deutscher Sprache in der Anthologie Junge Lyrik 1960; eines seiner Gedichte fand Aufnahme in die von Gerhard Wolf herausgegebene Anthologie Deutsche Lyrik nach 1945 (Berlin 1965).

 

Aus dem Polnischen übersetzte er ca. 40 Werke von J. Andrzejewski, R. Ingarden, H. Kajzar, T. Konwicki, J. Kott. Cz. Miłosz, T. Różewicz, S. I. Witkiewicz. Er ist Herausgeber der Anthologie von Texten aus Tygodnik Powszechny polnisch leben (München 1987), Tadeusz Różewicz Vorbereitung zur Dichterlesung. Ein polemisches Lesebuch (München 1980) sowie zusammen mit Renate Lachmann der zweisprachigen Anthologie polnischer Poesie Poesie der Welt: Polen (Berlin 1987). Für seine Leistung als Übersetzer erhielt er 1981 den Preis der New Yorker Jurzykowski-Stiftung und 1991 den Preis der Pariser "Kultura". 

Aus dem Deutschen übersetzte er die Stücke von G. Büchner Leonce und Lena und Woyzeck sowie Gedichte von P. Celan und Texte von E.T.A. Hoffmann. 

Er publizierte Essays und Gedichte in deutschsprachigen und polnischen Zeitschriften"Merkur", "Du", "Theater heute". "Tygodnik Powszechny", "Twórczość", "Teatr", "Borussia", "Przegląd Polityczny", "Rita Baum", "Dialog" (Berlin). "Śląsk", "Gazeta Wyborcza", "Zarys" (Messel).

 

1985 beschloss er seinen Wohnsitz vom Bodensee nach Warschau zu verlegen (zuvor wohnte er in Köln, München, Bochum und -zeitweise- Berlin). Dort gründete er zusammen mit der Schauspielerin Jolanta Lothe das bis heute einzige Theater dieser Art in Polen, das Lothe Lachmann Videotheater "Poza", jetzt mit Sitz im Szuster-Palais im Warschauer Viertel Mokotów. Er realisierte darin eine Reihe von innovativen Videotheaterstücken, die auf zahlreichen Festivals und Kunstveranstaltungen in Polen und im Ausland präsentiert wurden (First Fringe auf dem Fringe Festival in Edinburg 1992 für das Stück KaBaKai, ein Warschauer Totenbuch). Gemeinsam mit Tadeusz Różewicz produzierte er das Videotriptychon Tadeusz Różewicz, das Gesicht der Poesie (1995-2005) sowie den Hoffmann-Zyklus E.T.A. Hoffmann in Płock, E.T.A. Hoffmann: von Płock nach Warschau und Hommage an Hoffmann, (2004-2006).

 

Er publizierte die Gedichtbände Niewolnicy wolności (Krakau 1983), Mniejsze zło (Warschau 1991) sowie den Essayband Wywołane z pamięci (Olsztyn 1991).

Er ist Autor einer Reihe von Texten für das Videotheater, u.a. KaBaKai, ein Warschauer Totenbuch, śpiewanna, Hamlet gliwicki, Opowieści pani Hoffmannowej, Zgrzyt. Zusammen mit Maria Peszek schrieb er die Liedertexte für die Plattenalben miasto mania und maria awaria.Zurzeit arbeitet er an der Videoproduktion Warschau wo ist dein genius loci? und gibt die Textauswahl  E.T.A Hoffmann in Schlesien in einem deutschen Verlag heraus.

Antykwariat - tania książka
Thomas H. Barczyk

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